Der Podcast mit Ivo Ryssel
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Lektion 300 · Ein Kurs in Wundern

Du kannst nur jetzt sein

Nur einen Augenblick lang dauert diese Welt.

Beitrag 2026 · Zur Lektionsübersicht

Eine Wolke mit alten Erinnerungsbildern an Schuld, Angst und Urteil zieht vor einem weiten Himmel vorüber. Eine ruhige Strichfigur sagt: Ich bin. Der Himmel steht für das bereits gegenwärtige zeitlose Sein.
Die Wolke der alten Erinnerung zieht vorüber. Dein Sein bleibt unberührt. · In voller Größe öffnen

Gedanken zur Lektion

Nur einen Augenblick lang dauert diese Welt. Das klingt unglaublich. Wir erleben doch Tage, Jahre, eine ganze Lebensgeschichte. Vieles liegt hinter uns, anderes scheint noch vor uns zu liegen. Wie kann all das nur einen Augenblick dauern? Die Lektion lädt uns ein, genauer hinzuschauen: Was halten wir in unserem Geist fest? Und was ist jetzt tatsächlich da?

Der Kurs beschreibt die Trennung als einen Gedanken, der im selben Augenblick beantwortet wurde, in dem er aufkam. Die Berichtigung war bereits darin enthalten. Nichts an unserer ewigen Wirklichkeit wurde verändert. Doch wir glauben noch immer an diese Idee und rufen sie in unseren Urteilen neu auf. So scheint etwas fortzubestehen, das längst vergangen ist. Wir schauen auf eine alte Erinnerung und bemerken dabei kaum, wo wir wirklich sind.

Was hält uns daran fest? Der Glaube an Schuld. Wir meinen, uns von unserer Quelle getrennt zu haben, und erleben uns entsprechend. In jedem Urteil scheint erneut bestätigt zu werden, dass etwas falsch ist, jemand schuldig ist oder eine Strafe verdient. Vielleicht erscheint uns sogar unser eigener Unfrieden als Beweis dafür. Doch damit betrachten wir dieselbe Idee immer wieder. Die Antwort darauf liegt längst bereit. Wir brauchen sie nicht erst zu erfinden.

Unser innerer Lehrer berichtet uns von dieser Antwort. Der Heilige Geist spricht von Frieden, von Freiheit und Grenzenlosigkeit. Warum kann er uns davon berichten? Weil es jetzt da ist. Wenn du nach innen lauschst und einen stillen Frieden bemerkst, berührst du etwas, das nicht aus deinen Urteilen entstanden ist. Die Wahrheit schimmert durch. Wir können lernen, dieser inneren Stimme zu vertrauen, auch wenn unser gewohntes Denken noch ganz andere Geschichten erzählt.

Alles, was wir in der Welt wahrnehmen, verändert sich. Auch die Vorstellungen über uns selbst wechseln. Einmal erscheinen wir uns erfolgreich, dann wieder unzulänglich. Doch dein Sein ist von diesen Beschreibungen unberührt. Du kannst bemerken: Ich bin. Noch bevor du eine Geschichte darüber erzählst, wer du bist. Was ist verlässlicher? Die ständig wechselnden Bilder unserer Persönlichkeit oder das stille Sein, das jetzt da ist?

Vielleicht magst du dir einen kurzen Moment erlauben, dem Gedanken Raum zu geben: Du bist frei von Schuld. Lass uns dabei langsam vom Denken ins Spüren gehen. Du kannst deinen inneren Lehrer bitten: Heiliger Geist, zeige du mir meine Sündenlosigkeit. Zeige du mir die Freiheit von Schuld. Zeige du mir die Wahrheit über mein wahres Selbst. Wir wollen nichts erzwingen. Vielleicht bemerkst du Leichtigkeit, Freude oder eine stille Weite. Es genügt, offen zu sein und wahrzunehmen, was sich zeigt.

Wenn ein solcher Augenblick da ist, können wir etwas entdecken: Die Geschichte von Schuld ist darin nicht gegenwärtig. Um sie wiederzufinden, greifen wir nach einer Erinnerung. Wir holen ein altes Urteil herbei und tragen es erneut in unser Erleben. Können wir diesen Mechanismus bemerken, ohne uns nun auch dafür schuldig zu sprechen? Der Gedanke ist wieder aufgetaucht. Doch wir brauchen ihm nicht weiter zu folgen. Wir können uns erneut der Berichtigung öffnen.

Die Vergänglichkeit dieser Welt lässt sich auf sehr unterschiedliche Weise betrachten. Wir können darin einen Grund für Kummer sehen, weil alles Schöne so schnell zu vergehen scheint. Die Lektion eröffnet uns einen anderen Zugang: Auch eine falsche Wahrnehmung hat keine Macht, uns für immer festzuhalten. Sie zieht wie eine Wolke vor einem heiteren Himmel vorüber. Der Himmel bleibt. Unsere Aufmerksamkeit kann sich der Heiterkeit zuwenden, die hinter der vorüberziehenden Geschichte bereits da ist.

Wo begegnen wir ihr? Jetzt. Deine Gedanken können von gestern erzählen oder eine Zukunft entwerfen. Doch du selbst kannst weder gestern noch morgen sein. Auch nicht in fünf Minuten. Du kannst nur jetzt sein. Wir brauchen uns dafür nicht anzustrengen. Wir sind bereits da. Wenn wir aufhören, unsere Identität ausschließlich in den Geschichten der Vergangenheit zu suchen, öffnet sich der Raum, unser wahres Selbst zu erfahren. Frieden wird uns hier zugänglich, in diesem Moment.

Natürlich tauchen weiterhin Ablenkungen auf. Etwas erscheint dringend, ein Gedanke zieht uns an, und schon sind wir wieder beschäftigt. Dabei können wir allmählich ein Muster erkennen: Es ist die Bedeutung, die wir einer Sache geben, die unsere Aufmerksamkeit bindet. Was dir vollkommen gleichgültig ist, zieht dich auch nicht fort. Darin liegt eine große Chance. Wir können genau die Bedeutung anschauen, an der wir noch festhalten.

Du brauchst nicht allein herauszufinden, warum sie dir so wichtig erscheint. Gib sie deinem inneren Lehrer: Heiliger Geist, hilf du mir, diese Bedeutung zu lösen. Ich weiß gar nicht, warum ich daran noch festhalte. Ich brauche sie nicht mehr. Unsere Aufgabe ist die Bereitwilligkeit, die eigene Deutung loszulassen. Die Berichtigung können wir ihm überlassen. So lernen wir, dem Frieden mehr zu vertrauen als der Geschichte, die uns gerade noch so zwingend erschien.

Wir möchten über diesen winzig kleinen Augenblick hinausgehen in die Zeitlosigkeit unseres Seins. Vielleicht erkennen wir noch nicht vollständig, was das bedeutet. Doch wir können dem Ruf folgen, den wir in uns spüren. Immer wieder still werden. Um Hilfe bitten. Bemerken, was bereits da ist. Und wir gehen diesen Weg gemeinsam. Die Freiheit, deren ich in mir gewahr werde, ist auch deine Freiheit. Danke für unser gemeinsames Lernen.

Beiträge zu dieser Lektion

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