Der Podcast mit Ivo Ryssel
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Fokusthema 03 · Menschen neu begegnen

Die Konsequenz von Groll

Wenn wir Groll festhalten, halten wir auch an einem Bild von uns selbst fest. Unsere Urteile binden unsere Aufmerksamkeit. Doch das Licht im anderen und in uns ist weiterhin da.

Was der Groll festhält

Groll muss nicht laut sein. Manchmal ist es ein nagendes Gefühl der Unzufriedenheit. Ein Seufzer, weil wir wieder alles selbst machen müssen. Oder der Gedanke, dass der andere doch endlich verstehen sollte, wie es geht.

Was geschieht dabei? Wir sehen jemanden als unvernünftig und bestätigen uns selbst als vernünftig. Wir halten ihn für unehrlich und uns für aufrichtig. Wir fühlen uns ungerecht behandelt und sehen uns als Opfer. So entsteht aus vielen einzelnen Urteilen ein Bild von uns selbst. Eine Persönlichkeit, die wir am anderen messen und durch ihn bestätigen.

Deshalb fühlen wir uns manchmal so an unseren Groll gebunden. Wenn wir das Urteil über den anderen loslassen, gerät auch die Rolle ins Wanken, die wir uns selbst gegeben haben. Wer bin ich, wenn ich nicht mehr derjenige bin, der recht hat? Wenn ich mich nicht mehr durch den Fehler des anderen definiere?

Hier dürfen wir ehrlich hinschauen. Ohne uns dafür schuldig zu fühlen. Wir betrachten, was wir bisher für wahr gehalten haben.

Groll kann das Licht im anderen nicht auslöschen. Er bindet unsere Aufmerksamkeit an das Bild, das wir von ihm gemacht haben. Wir beschäftigen uns mit unseren Urteilen und sehen nicht, was die ganze Zeit da ist. Im anderen. Und in uns.

Wir können eine andere Entscheidung treffen. Wir können auf den inneren Lehrer, den Heiligen Geist, hören und uns zeigen lassen, was wir aus eigener Sicht nicht erkennen. Unsere wahre Identität braucht keinen Fehler des anderen, um bestätigt zu werden. In der Schau erkennen wir unsere gemeinsame Schuldlosigkeit. Dort wird Verbindung erfahrbar, wo wir zuvor Trennung gesehen haben.

Wunder statt Groll: Urteile bestätigen ein falsches Selbstbild und binden die Aufmerksamkeit. Die Praxis lädt ein, einen Menschen zu wählen, das eigene Bild bewusst zu betrachten und den Heiligen Geist um die Schau unseres gemeinsamen Lichts zu bitten.
Wunder statt Groll: Der Weg zu innerem Frieden · In voller Größe öffnen

Ein Moment zum Üben

Denk an einen Menschen, gegen den du Groll hegst. Lass dein Bild von ihm bewusst werden. Was wirfst du ihm vor? Was erwartest du von ihm? Welche Rolle gibst du dir selbst dabei?

Betrachte auch, was du an ihm schätzt. All das gehört zu dem Bild, das du gemacht hast.

Wenn du magst, schließe die Augen und bitte den Heiligen Geist in deinen eigenen Worten: Hilf mir, diesen Menschen jenseits meiner Urteile zu sehen und unser gemeinsames Licht zu erkennen. Zeige mir die Wahrheit.

Wenn Widerstand auftaucht, bleibe ruhig. Du musst ihn nicht wegdrücken. Erinnere dich an deinen Wunsch, über den Groll hinauszuschauen, und kehre zu deiner Bitte zurück.

Werde still. Lass dir zeigen, was du bisher nicht gesehen hast.

In der Folge zu Lektion 78 „Lass Wunder allen Groll ersetzen“ begleite ich dich durch diese Übung.

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