Der Podcast mit Ivo Ryssel

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Lektion 8 · Aufnahme aus 2026

Die alten Bilder bemerken

Mein Geist ist mit vergangenen Gedanken beschäftigt.

Ein Gedanke jagt den nächsten. Wir erinnern uns, planen voraus und drehen uns vielleicht im Kreis. So beschäftigt unser Geist auch scheint: Die wirkliche Gegenwart kann in diesem Denken nicht erkannt werden. Die Übung hilft uns, das zu bemerken.

  1. Die Vergangenheit erkennen

    Das Ego benutzt vergangene Erfahrungen, um das Jetzt zu deuten. Auch die Zukunft, die es entwirft, ist aus alten Vorstellungen gemacht. Vielleicht erwarten wir wieder eine Enttäuschung oder hoffen auf den nächsten Erfolg. Die Bilder wechseln, doch die Gegenwart bleibt darunter verborgen. Wir können diese Beschäftigung beobachten, ohne ihr weiter folgen zu müssen.

  2. Eine Begegnung offenhalten

    Wenn wir einem Mitmenschen begegnen und schon zu wissen glauben, was er uns sagen wird, reagieren wir auf unser altes Bild. Wir hören scheinbar die Botschaft unserer eigenen Vergangenheit. Der Heilige Geist führt uns zu einer anderen Begegnung: Wir können in unserem Mitmenschen die Heiligkeit wiedererkennen, die auch uns selbst gehört.

  3. Gedanken unbeteiligt benennen

    Schließe die Augen und erforsche deinen Geist etwa eine Minute lang. Nimm zur Kenntnis, was auftaucht. Benenne die Person, das Gefühl oder das Thema: „Ich scheine gerade über … nachzudenken.“ Dann geh zum nächsten Gedanken über. Wähle nichts besonders aus und unterdrücke nichts. Wir beobachten, statt unsere Gedanken zu beurteilen.

  4. Den Gedanken ihren Platz geben

    Beende die Betrachtung mit den Worten: „Aber mein Geist ist mit vergangenen Gedanken beschäftigt.“ Wir brauchen die Gedanken weder zu bekämpfen noch ihren Inhalt zu lösen. Wir erkennen, womit wir beschäftigt waren. So öffnet sich der Geist für die Schau, für das Sehen mit dem Heiligen Geist.

  5. Der Ruhe Aufmerksamkeit schenken

    Vielleicht bemerkst du im Beobachten einen Unterschied zwischen den unruhigen Gedanken und der Ruhe dieses Momentes. Auch ein kurzer Augenblick genügt, um neugierig zu werden. Wir legen keine Erfahrung fest und machen aus dem Üben keine Prüfung. Wiederhole diese Geisteserforschung vier- oder fünfmal am Tag. Die Bereitwilligkeit, still zu schauen, ist unser Schritt.

Eine weibliche Strichfigur sitzt ruhig mit geschlossenen Augen im grünen Sessel. Sepiafarbene Gedankenkarten mit Gespräch, Kalender und Sorgenwolke ziehen vorbei. Sie denkt: „Ich nehme sie zur Kenntnis.“ Darüber: „Alte Bilder bemerken“; unten wirkewunder.de.
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