Lektion 8 · Aufnahme aus 2026
Die alten Bilder bemerken
Mein Geist ist mit vergangenen Gedanken beschäftigt.
Ein Gedanke jagt den nächsten. Wir erinnern uns, planen voraus und drehen uns vielleicht im Kreis. So beschäftigt unser Geist auch scheint: Die wirkliche Gegenwart kann in diesem Denken nicht erkannt werden. Die Übung hilft uns, das zu bemerken.
Die Vergangenheit erkennen
Das Ego benutzt vergangene Erfahrungen, um das Jetzt zu deuten. Auch die Zukunft, die es entwirft, ist aus alten Vorstellungen gemacht. Vielleicht erwarten wir wieder eine Enttäuschung oder hoffen auf den nächsten Erfolg. Die Bilder wechseln, doch die Gegenwart bleibt darunter verborgen. Wir können diese Beschäftigung beobachten, ohne ihr weiter folgen zu müssen.
Eine Begegnung offenhalten
Wenn wir einem Mitmenschen begegnen und schon zu wissen glauben, was er uns sagen wird, reagieren wir auf unser altes Bild. Wir hören scheinbar die Botschaft unserer eigenen Vergangenheit. Der Heilige Geist führt uns zu einer anderen Begegnung: Wir können in unserem Mitmenschen die Heiligkeit wiedererkennen, die auch uns selbst gehört.
Gedanken unbeteiligt benennen
Schließe die Augen und erforsche deinen Geist etwa eine Minute lang. Nimm zur Kenntnis, was auftaucht. Benenne die Person, das Gefühl oder das Thema: „Ich scheine gerade über … nachzudenken.“ Dann geh zum nächsten Gedanken über. Wähle nichts besonders aus und unterdrücke nichts. Wir beobachten, statt unsere Gedanken zu beurteilen.
Den Gedanken ihren Platz geben
Beende die Betrachtung mit den Worten: „Aber mein Geist ist mit vergangenen Gedanken beschäftigt.“ Wir brauchen die Gedanken weder zu bekämpfen noch ihren Inhalt zu lösen. Wir erkennen, womit wir beschäftigt waren. So öffnet sich der Geist für die Schau, für das Sehen mit dem Heiligen Geist.
Der Ruhe Aufmerksamkeit schenken
Vielleicht bemerkst du im Beobachten einen Unterschied zwischen den unruhigen Gedanken und der Ruhe dieses Momentes. Auch ein kurzer Augenblick genügt, um neugierig zu werden. Wir legen keine Erfahrung fest und machen aus dem Üben keine Prüfung. Wiederhole diese Geisteserforschung vier- oder fünfmal am Tag. Die Bereitwilligkeit, still zu schauen, ist unser Schritt.

