Lektion 301 · Ein Kurs in Wundern
Der Trost deines wahren Selbst
Lektion 301 – Und Gott selbst wird alle Tränen abwischen. Gedanken über Vergebung, Trost und unser wahres Selbst.
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Gedanken zur Lektion
Und Gott selbst wird alle Tränen abwischen. Was für ein tröstlicher Gedanke. Doch wie können wir ihn verstehen? Es wird wohl nicht ein fremdes Wesen auf uns zukommen, um uns die Tränen abzuwischen. Vielmehr können wir erfahren, dass unser wahres Selbst eins mit seiner Quelle ist. In dieser Erfahrung liegt ein Glück, das nichts mit den wechselnden Geschichten über uns zu tun hat. Wir sind nicht von Gott getrennt. Wir sind schuldlos. Und davon können wir schon jetzt etwas spüren.
Die Lektion verbindet diesen Trost mit dem Loslassen unserer Urteile. Ein Urteil teilt. Es grenzt etwas aus, gibt ihm eine Bedeutung und scheint uns von dem zu trennen, was wir beurteilen. Vielleicht ist es ein Mensch, dessen Verhalten uns verletzt, eine Situation, die uns Angst macht, oder ein Gedanke über uns selbst. Unsere Urteile verändern nicht die Wahrheit. Doch sie prägen die Welt, die wir erleben, solange wir an sie glauben.
Was geschieht, wenn wir für einen Moment zurücktreten und unser Urteil betrachten? Wir können bemerken, wie selbstverständlich wir annehmen, bereits zu wissen, was etwas bedeutet. Wir legen Maßstäbe an und messen allem einen Wert zu. So scheint unsere Sicht bestätigt zu werden. Doch wir können genau diese Bedeutung infrage stellen und um eine andere Sicht bitten.
Gib dein Urteil dem Heiligen Geist, dem gesunden Anteil in deinem Geist, der die Wahrheit kennt. Du brauchst es nicht selbst zu berichtigen. Deine Aufgabe ist die Bereitwilligkeit, es anzuschauen und loszulassen. Der Heilige Geist sieht, dass das Urteil auf einer falschen Vorstellung beruht. Seine Antwort ist immer eine Form von Frieden. Wenn du nach innen lauschst und Erleichterung oder stille Ruhe wahrnimmst, erlebst du etwas von dieser Berichtigung.
Dabei geht es nicht darum, eine bestimmte Erfahrung zu erzwingen oder Schwierigkeiten zu übergehen. Auch körperlicher Schmerz muss nicht sofort verschwinden. Doch du kannst entdecken, dass es in dir einen ruhigen Kern gibt, der von diesem Schmerz nicht berührt ist. Das, was du wirklich bist, wird durch die wechselnden Zustände der Welt nicht verändert. Diese Erfahrung kann Trost und Hoffnung schenken, selbst wenn die äußere Situation in ihrer Form noch unverändert erscheint. Doch beginnst du bereits sie verändert zu erfahren.
Der Kurs spricht von der wirklichen Welt. Auch sie gehört noch zur Wahrnehmung und ist nicht die endgültige Erkenntnis. Doch sie hat eine befreiende Wirkung auf unseren Geist. Wenn wir unsere Urteile beiseitelegen, erfahren wir die Welt anders: nicht länger ausschließlich durch die Grenzen, die wir ihr gegeben haben. Die Liebe in uns wird zugänglich. Und mit ihr die vollständige Annahme dessen, was wirklich ist.
Hier begegnen wir auch dem Gedanken von Christi Wiederkunft. Sie ist die Berichtigung unserer Fehler und die Wiederkehr der geistigen Gesundheit. Was immer wahr war, muss nicht neu geschaffen werden. Es wird wiedererkannt. Wenn wir bereit sind, der Wahrheit den Platz unserer Illusionen zu überlassen, öffnen wir uns für eine Sicht, die nichts und niemanden ausschließt.
Unser urteilender Geist mag fragen, wie das möglich sein soll. Ist nicht alles offensichtlich getrennt? Doch der Versuch, einzelne Teile wieder zusammenzusetzen, geht bereits von dieser Trennung aus. Christi Wiederkunft weist auf etwas anderes: auf die grenzenlose Einheit, die nie verloren war. Unser wahres Selbst ist kein isoliertes Wesen, das erst eine Verbindung zur Quelle herstellen muss. Es ist Ausdruck dieser einen Quelle.
Vielleicht erscheint uns dieser Gedanke sehr weit entfernt. Schließlich gibt es doch so viele Probleme, und manche scheinen viel schwerer zu lösen als andere. Wir vergleichen ihre Komplexität und suchen nach entsprechend unterschiedlichen Lösungen. Doch die Lektion lädt uns ein, auch diese Maßstäbe anzuschauen. Was immer die Form eines Problems zu sein scheint, es beruht auf der Vorstellung von Trennung. Vergebung ist das Mittel, mit dem wir diese Vorstellung berichtigen lassen können.
Das bedeutet nicht, dass wir die Erfahrungen unserer Mitmenschen vergleichen oder ihr Erleben gering schätzen. Ein Konflikt in einer Beziehung, Sorgen um Geld oder eine Krankheit können uns sehr beschäftigen. Doch keine dieser Situationen muss von der Vergebung ausgeschlossen bleiben. Wir können jede Bedeutung, an der wir festhalten, dem Heiligen Geist übergeben und ihn bitten, uns die Wahrheit zu zeigen.
So wächst unser Vertrauen. Vielleicht bemerken wir zunächst nur für einen Augenblick, dass Frieden möglich ist. Ein andermal fällt es uns schwer, ein Urteil loszulassen. Dann können wir wieder innehalten, ohne uns dafür zu verurteilen. Es ist kein Wettlauf. Mit jeder Bereitschaft, anders zu sehen, geben wir der Berichtigung Raum. Nicht wir müssen unseren Geist gesund machen. Wir können uns dafür öffnen, dass er berichtigt wird.
Gottes Welt ist glücklich. Diese Freude ist nicht nur für dich oder mich bestimmt; sie schließt alle ein. Lass uns heute stille Momente der inneren Schau zulassen und darauf vertrauen, dass der Trost bereits da ist. Die Liebe, die wir erfahren können, weist uns auf unser wahres Selbst hin. Und in diesem Selbst sind wir gemeinsam zu Hause.
Beiträge zu dieser Lektion
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