2026 · Ein Kurs in Wundern
Lektion 305 · Ein Kurs in Wundern
Dein Sein kennt keine Grenze
Wenn wir den Frieden begrenzen, erkennen wir uns nicht mehr. Unser Sein bleibt ganz und unbegrenzt.
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Gedanken zur Lektion
Es gibt einen Frieden, den Christus uns verleiht.
Der Frieden in uns ist mehr als eine Ruhe, die uns gelegentlich begleitet. Er gehört zu unserem Wesen. Wenn wir uns ihm zuwenden, können wir etwas von dem erkennen, was wir wirklich sind: Freude, Liebe, Freiheit. Diese lassen sich in unserem Sein nicht voneinander trennen. Sie sind Ausdruck derselben Ganzheit. Und diese Ganzheit hat keine Grenze.
Doch was geschieht, wenn wir diesen Frieden begrenzen? Vielleicht ärgern wir uns über einen Mitmenschen, verurteilen eine Nachricht oder zweifeln daran, dass Frieden jetzt möglich ist. Dann legen wir fest, wo er aufhören soll. Bis hierhin kann ich in Frieden sein. Aber bei diesem Menschen, bei diesem Ereignis, unter diesen Umständen geht es nicht.
Damit begrenzen wir unser Erkennen. Denn wie sollten wir uns als grenzenlos erfahren, wenn wir zugleich bestimmen, wo unser Frieden zu enden hat? Wir halten an einem Urteil fest und glauben, es beschreibe die Wirklichkeit. Doch während wir die Welt beurteilen, entziehen wir uns selbst den Blick auf das, was wir sind und damit auf die wirkliche Welt. Wenn wir den Frieden begrenzen, erkennen wir uns nicht mehr.
Dann erleben wir uns als ein kleines, verletzliches Ich, das sich gegen andere behaupten muss. Eine Bemerkung scheint uns angreifen zu können. Eine Nachricht bestimmt, ob wir uns sicher fühlen. Ein Zweifel erzählt uns, dass uns noch etwas fehlt. Und wir glauben dieser Stimme, weil wir unsere Aufmerksamkeit ganz auf sie richten.
Unser Sein bleibt dabei unverändert. Das Licht in uns ist weiterhin da. Doch wir folgen den Gedanken der Begrenzung und übersehen die Wirklichkeit, die jetzt in uns liegt. Wir verlieren uns in unserer Vorstellung von uns selbst. Was wir wiederfinden können, ist deshalb das Erkennen unserer bereits vorhandenen Ganzheit.
Dazu gehört insbesondere auch der Blick auf unsere Mitmenschen. Wenn ich einem anderen meinen Frieden vorenthalte, begrenze ich den Frieden, den ich selbst erfahren kann. Das Licht, das ich ihm abspreche, ist dasselbe Licht, in dem ich mich erkenne. Liebe lässt sich nicht auf einen ausgewählten Teil der Ganzheit beschränken. Ihr Wesen ist Ausdehnung.
Diese innere Offenheit bedeutet nicht, allem zuzustimmen oder jede Forderung zu erfüllen. Du kannst in Frieden entscheiden, ob du etwas tust oder lässt. Du kannst helfen, eine klare Antwort geben oder Nein sagen. Die Frage ist, ob wir dabei an unserem Urteil festhalten oder bereit sind, mit Christi Schau zu sehen.
Der Heilige Geist hilft uns, diese Begrenzungen zu vergeben. Unsere Aufgabe ist die Bereitwilligkeit, ihm unsere Sicht zu überlassen. Es ist auch kontraproduktiv, aus einem bemerkten Urteil einen neuen Vorwurf gegen uns selbst zu erfinden. Schuld begrenzt, egal ob wir sie in anderen oder in uns sehen. Wir sollten dann innehalten und bitten: Heiliger Geist, hilf mir, neu zu sehen.
Schenke dir dafür einen Augenblick. Gedanken können kommen und weiterziehen. Du brauchst ihnen nicht zu folgen. Wende dich der stillen Gegenwart in dir zu. Vielleicht bemerkst du Weite, Leichtigkeit oder eine Ruhe, die keine Antwort von der Welt verlangt. Darin kannst du etwas über dein Selbst erfahren.
Du brauchst dein Sein nicht erst grenzenlos zu machen. Es ist bereits so. Wenn wir dem Frieden Raum geben, lassen wir uns wieder zeigen, was wir sind. Jetzt.
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