Der Podcast mit Ivo Ryssel
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Lektion 302 · Ein Kurs in Wundern

Das Licht ist schon da

Wo Dunkelheit war, schaue ich auf das Licht.

Beitrag 2026 · Fester Link zu diesem Beitrag

Dieselbe Strichfigur sitzt in zwei Szenen am Tisch mit einem Brief: Auf besorgtes Grübeln folgt innerer Frieden. Die rechte Sprechblase lautet: In mir ist es leicht.
Vergebung lässt dich neu sehen. · In voller Größe öffnen

Gedanken zur Lektion

Wo Dunkelheit war, schaue ich auf das Licht. Vielleicht kennst du diesen Wechsel: Eben hat dich noch etwas bedrückt. Du trittst innerlich zurück, lässt Vergebung geschehen, und dann wird es leicht. Die Anspannung ist verschwunden. Ein stiller Frieden ist da. Doch kaum bemerkst du ihn, meldet sich schon ein Gedanke: “Das Problem besteht doch trotzdem. Machst du dir gerade etwas vor?” Lass uns einen Augenblick bei dem bleiben, was wir tatsächlich erfahren.

Was vorher bedrohlich erschien, können wir jetzt ruhiger anschauen. Vielleicht ist noch etwas zu klären. Doch es bedrängt uns nicht mehr auf dieselbe Weise. Wir nehmen einen Sachverhalt wahr, ohne uns in unserer Angst davor zu verlieren. So entsteht Raum für eine Lösung. Wir entdecken eine Möglichkeit, die wir vorher übersehen haben. Oder wir bemerken, dass wir Zeit haben und nicht sofort handeln müssen. Der Frieden lässt uns anders mit dem umgehen, was gerade vor uns liegt.

Und das ist erst der Anfang. Der Kurs führt uns zu einer grundlegenderen Einsicht: Alles, was wir als diese Welt erleben, geschieht in unserem Geist. Die Idee der Trennung lässt uns eine Welt sehen, in der wir bedroht und allein zu sein scheinen. Vergebung berichtigt diesen Irrtum. Sie zeigt uns, dass die Sicht der Trennung unsere wahre Wirklichkeit nie verändert hat. Deshalb geht es um weit mehr, als uns in einer schwierigen Situation etwas besser zu fühlen. Wir beginnen zu entdecken, was wir wirklich sind.

Vielleicht fragen wir trotzdem: Wann werde ich denn endlich etwas sehen? Ich vergebe doch schon so lange, und die Welt sieht noch genauso aus. Worauf warten wir dabei? Auf ein anderes Bild vor unseren körperlichen Augen? Wenn aus innerer Schwere Leichtigkeit wird, hat bereits eine Veränderung stattgefunden. Dein Gewahrsein ist dein wahres Sehen. Wir können lernen, dieser unmittelbaren Erfahrung mehr zu vertrauen als dem Einwand, es sei noch nichts geschehen.

Unsere Sinne zeigen uns Unterschiede. Hier bin ich, dort bist du, dazwischen scheint eine Grenze zu liegen. Die innere Schau weist uns über diese Trennung hinaus. Frieden, Freude und Liebe erfahren wir unmittelbar in uns. Wir brauchen sie nicht erst irgendwo zu finden und über unsere Sinne zu uns zu holen. Vielleicht ist dieses Erleben zunächst nur für einen kurzen Moment deutlich. Doch auch dieser Moment kann uns Vertrauen schenken. Wir sollten ihn nicht übergehen, weil wir noch etwas Größeres erwarten.

Was entdecken wir darin? Unser Sein. Noch bevor wir unsere persönliche Geschichte erzählen, ist dieses stille Ich bin da. Darin liegt Frieden, Freude, Leichtigkeit. Wenn wir uns dafür öffnen, lockert sich die Verbindung mit dem Bild, das wir gewöhnlich für unsere Identität halten. Wir sind mehr als diese einzelne Person mit ihren wechselnden Eigenschaften und Erfahrungen. Was Gott erschaffen hat, ist nicht unsere enge Vorstellung von uns selbst. Du bist frei und brauchst es nicht erst zu werden. Tatsächlich ist deine Freiheit so groß, dass du dir vorstellen kannst, unfrei zu sein und jede Menge Probleme zu haben. Doch ändert dies nicht deine wahre Wirklichkeit. Und diese kannst du in deinem inneren Gewahrsein spüren.

Christi Wiederkunft führt uns zum Erkennen unserer einen Identität. Die Zeit kann dieses Erwachen nicht verhindern. Dennoch kann unser Denken daraus sofort eine neue Wartezeit machen: “Es liegt noch so viel Lernen vor mir.” Oder: “Ich muss warten, bis alle anderen auch so weit sind.” Doch in beiden Gedanken halten wir an der Trennung fest. Der Weg führt nach innen, zu dem Frieden, der jetzt zugänglich ist. Hier beginnen wir zu erfahren, dass unsere Befreiung und die unserer Mitmenschen zusammengehören. Denn wir können Frieden nur erfahren, weil in Wahrheit jetzt vollkommener Frieden ist.

Unsere Bereitwilligkeit gibt diesem Lernen Raum. Auch der Körper kann dabei diesem Zweck dienen. Wir können ihn benutzen, um unsere Urteile zu bekräftigen, uns als angegriffen darzustellen oder anderen ihre vermeintlichen Fehler vorzuwerfen. Wir können ihn aber auch als Mittel der Kommunikation verwenden. Aus dem Frieden heraus sprechen. Zuhören. Verbindung zum Ausdruck bringen. Dafür müssen wir niemanden von einer Lehre überzeugen. Was wir in uns annehmen, geben wir in unserem Miteinander weiter.

Indem wir Frieden weitergeben, lernen wir selbst, dass wir Frieden sind. Das ist ein gemeinsamer Weg. Die Freude, deren ich in mir gewahr werde, schließt dich nicht aus. Sie verbindet uns. Wir brauchen die Einheit nicht zuerst mit dem Verstand zu erklären, um uns dieser Erfahrung zu öffnen. Der Frieden in uns weist uns die Richtung. Ebenso die stille Freude und die Liebe, die keine Grenze zwischen uns aufrechterhalten will. Darauf können wir hören.

Und wenn wieder Zweifel auftauchen? Dann können wir anschauen, wohin sie uns führen. Entspringt dieser Gedanke dem Frieden? Hilft er mir, mich an mein wahres Sein zu erinnern? Wir brauchen uns nicht dafür zu verurteilen, dass wir uns haben irritieren lassen. Das gehört zu unserem Lernen. Wir haben es bemerkt. Jetzt können wir uns wieder öffnen. Vielleicht magst du dir sagen: Ich habe eine andere Möglichkeit. Ich will mich dem Frieden in mir zuwenden.

Die Liebe ist das Ziel und zugleich das Mittel. Wir brauchen sie nicht in weiter Ferne zu suchen und uns den Weg zu ihr mühsam erarbeiten. Sie begleitet uns bereits. Ärger und Groll verdecken sie in unserem Gewahrsein, doch sie können sie nicht beseitigen. Unsere Aufgabe ist die Bereitwilligkeit, die eigenen Deutungen loszulassen. Die Berichtigung überlassen wir dem Heiligen Geist. So lernen wir, dem zu vertrauen, was uns von innen her den Weg weist.

Lass uns heute bemerken, wo dieses Licht bereits erfahrbar ist. In einem Augenblick ohne Groll. In der Erleichterung, wenn ein Urteil seine Bedeutung verliert. In der Freude, einem Mitmenschen offen zu begegnen. Wir sollten diese Erfahrungen nicht kleinreden, nur weil wir uns zwischendurch wieder verlieren. Jeder Augenblick schenkt uns eine neue Möglichkeit. Das Licht ist schon da. Danke für deine Bereitwilligkeit und für unser gemeinsames Lernen.

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