Der Podcast mit Ivo Ryssel
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Lektion 3 · Ein Kurs in Wundern

Platz für eine neue Antwort

Lektion 3 – Ich verstehe nichts, was ich sehe.

Beitrag 2026 · Fester Link zu diesem Beitrag

Zwei Szenen mit derselben Strichfigur: links ein übervoller Kartenstapel und ein ratloser Blick; rechts ein kleinerer, zur Seite gerückter Stapel, offene Hände und die Frage „Wie ist es wirklich?“. Darüber: „Platz für eine neue Antwort“; unten wirkewunder.de.
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Gedanken zur Lektion

Nicht zu verstehen kann sich bedrohlich anfühlen. Es kann aber auch der Beginn von Freiheit sein. Solange wir sicher sind, alles richtig zu sehen, steht mit unserem Urteil auch unsere Reaktion fest. Wir begegnen einer Situation und greifen auf die Vergangenheit zurück. Wir wissen scheinbar schon, was sie bedeutet und was wir deshalb tun oder empfinden müssen.

Der Gedanke Ich verstehe nichts, was ich sehe unterbricht diese Gewissheit. Vielleicht taucht sofort die Frage auf, wie wir dann noch mit unserer Familie, unseren Mitmenschen oder unserer Arbeit umgehen sollen. Wir brauchen doch etwas, woran wir uns halten können. Diese Fragen sind verständlich. Sie kommen aus demselben Denken, dessen Bedeutungen wir gerade zu hinterfragen beginnen.

Wenn wir innerhalb der bisherigen Vorstellungen nach einer Antwort suchen, werden wir wieder eine Antwort aus der Vergangenheit finden. Wir können ein neues Gedankengebäude entwerfen, eine bessere Erklärung oder eine andere Definition. Doch damit haben wir den Raum bereits wieder gefüllt. Eine wirklich neue Antwort zu empfangen setzt voraus, dass wir Platz für sie lassen.

Dafür können wir eine andere Frage zulassen: Wie ist es denn wirklich? Und dann einen Moment nicht selbst antworten. Wir müssen uns für unsere alten Gedanken weder schämen noch sie gewaltsam zum Schweigen bringen. Es genügt, ihre Gewissheit zurücktreten zu lassen und uns dem Heiligen Geist zu öffnen. Seine Aufgabe ist die Berichtigung unserer Wahrnehmung. Unsere Aufgabe ist die Bereitwilligkeit, sie zu empfangen.

Wie sehr unsere Vorstellungen die Sicht bestimmen, zeigt sich schon am Wort Vollkommenheit. Vielleicht denken wir dabei an ein kunstvolles Gemälde oder ein fein gearbeitetes Uhrwerk. Etwas ist in sich abgeschlossen und scheint gerade durch seine Abgrenzung vollkommen zu sein. Doch was wäre eine Vollkommenheit, der alles außerhalb ihrer Grenze fehlt?

Die Vollkommenheit unserer wahren Identität liegt in Verbindung. Sie hat keine Grenze, hinter der etwas anderes beginnt. Dagegen zeigt uns die gewohnte Wahrnehmung überall getrennte Dinge und Wesen. Was von uns getrennt erscheint, kann auch als fremd, gefährlich oder angreifbar erscheinen. So suchen wir Schutz in noch stärkerer Abgrenzung und halten dabei die Möglichkeit der Bedrohung aufrecht.

Das ist ein Grund, warum Nichtverstehen befreiend sein kann. Wir müssen die bedrohliche Bedeutung nicht länger als unumstößliche Wahrheit verteidigen. Wir können anerkennen: Ich sehe durch Vorstellungen, die ich gelernt habe. Vielleicht ist es anders. Ich will es mir zeigen lassen.

Schau einmal in Ruhe auf etwas in deiner Umgebung. Eine Tasse, ein Auto vor dem Fenster, einen Menschen. Sage dir: Ich verstehe nicht, was ich sehe. Versuche nicht sofort zu entscheiden, ob sich dieser Gegenstand oder diese Person besonders gut dafür eignet. Sonst würden wir aus dem Öffnen wieder eine Übung im Urteilen machen. Alles, was wir sehen, kann uns helfen, die alten Zuordnungen infrage zu stellen.

Auch starke Gefühle sind kein Grund, etwas auszunehmen. Sie können uns zeigen, wie fest wir eine Bedeutung gehalten haben. Wir brauchen keine bestimmte Erfahrung zu verlangen. Die Erwartung, was nun geschehen müsste, wäre bereits die nächste Vorstellung. Wir dürfen einfach offenbleiben.

Jesus bietet uns an, diesen Weg mit ihm zu gehen. Wir müssen die Berichtigung nicht aus eigener Kraft erarbeiten. Wir können ihm unsere persönlichen Gedanken anvertrauen und uns von ihm lehren lassen. Wenn dabei Frieden spürbar wird, begegnen wir einem inneren Anhaltspunkt für die neue Sicht. Dann ist Nichtverstehen kein verschlossener Raum mehr. Es wird zur offenen Tür.

Beiträge zu dieser Lektion

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Podcastfolgen zu Lektion 3

2024 · Ein Kurs in Wundern

Ich verstehe nichts, was ich in diesem Raum sehe [auf dieser Straße, von diesem Fenster aus, an diesem Ort].

3. Januar 2024 · 23 Min.

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