Der Podcast mit Ivo Ryssel
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Lektion 296 · Ein Kurs in Wundern

Gib dem Frieden deine Stimme

Lektion 296 – Der Heilige Geist spricht heute durch mich.

Beitrag 2026 · Fester Link zu diesem Beitrag

Zwei Strichfiguren am Besprechungstisch. Links: „Das war anders besprochen!“ Rechts drei Gedankenblasen: „Nein, das war ganz anders!“ und „Der weiß auch nicht was er will!“ mit rotem Kreuz; „Ich gebe dem Frieden in mir Raum“ mit grünem Haken.
Gib dem Frieden deine Stimme. Was ich gebe, empfange ich. · In voller Größe öffnen

Gedanken zur Lektion

Wir geben jeden Tag etwas weiter. Mit unseren Worten, mit unserem Blick und auch damit, wie wir einem Menschen zuhören. Doch was geben wir da eigentlich weiter? Unsere alten Urteile? Die Überzeugung, angegriffen worden zu sein und uns verteidigen zu müssen? Oder lassen wir etwas durch uns zum Ausdruck kommen, das uns daran erinnert, was wir wirklich sind? Der Heilige Geist spricht heute durch mich. Darin liegt eine Einladung, dem Frieden unsere Stimme zu geben.

Unser gewohntes Denken erzählt uns von der Vergangenheit. Jemand sagt etwas, und schon wissen wir, wie es gemeint ist. Das war doch immer so. Der hört mir nie zu. Wieder muss ich mich behaupten. Wir begegnen dem Menschen vor uns mit Gedanken, die wir bereits mitgebracht haben. Und indem wir ihnen folgen, lehren und lernen wir erneut, dass wir getrennt, verletzlich und auf uns allein gestellt seien.

Im Denken des Ego wiederholen wir damit einen längst vergangenen Augenblick: die Idee, wir könnten von der Liebe getrennt sein. Wir machen sie immer wieder zur scheinbaren Wirklichkeit unseres jetzigen Erlebens. Das Nichtvergebene ruft aus dieser Vergangenheit und beansprucht unsere Aufmerksamkeit. Doch wollen wir dieser Stimme weiter folgen? Wollen wir wieder lernen, dass wir klein und hilflos sind? Oder sind wir bereit, uns etwas anderes zeigen zu lassen?

Wir können innerlich einen Schritt zurücktreten. Für einen Moment unsere Erklärungen ruhen lassen. Wir müssen nicht jeden Gedanken weiterdenken und auch nicht sofort wissen, was wir sagen sollen. Es geht dabei nicht darum, Gedanken mit Anstrengung zum Schweigen zu bringen. Wir hören auf, uns von unseren bisherigen Urteilen führen zu lassen, und öffnen uns für den Heiligen Geist. Er berichtigt unsere Wahrnehmung. Unsere Aufgabe ist die Bereitwilligkeit, sie berichtigen zu lassen.

Was ist jetzt wirklich da? Nimm dir einen Augenblick, dieser Frage nachzuspüren. Vielleicht bemerkst du einen Frieden, der von deinen bisherigen Überlegungen gar nicht berührt wird. Eine stille Sicherheit. Eine sanfte Freude. Wir müssen diesen Frieden nicht herstellen. Wir geben dem Raum, was bereits da ist. Und wenn wir wieder unseren alten Urteilen folgen, können wir uns erneut der Gegenwart zuwenden.

Die wahren Gedanken, für die wir uns hier öffnen, sind Ausdruck dessen, was wir sind. Wir sind kein Körper. Unser Sein ist nicht begrenzt. Das bedeutet nicht, dass wir unsere Rechnungen unbeachtet lassen oder die Bedürfnisse des Körpers übergehen. Wir tun, was im Alltag zu tun ist. Doch wir können es aus einem anderen Gewahrsein heraus tun, statt uns bei jeder Gelegenheit erneut als bedrohtes und getrenntes Wesen zu bestätigen.

Dem Heiligen Geist unsere Stimme zu geben, verlangt keine besonders geistvollen Worte. Wir müssen keine Antwort erfinden, die möglichst liebevoll klingt. Wir lauschen nach innen und lassen uns führen. Vielleicht finden sich schlichte Worte, die jetzt hilfreich sind. Vielleicht hören wir erst einmal zu. Vielleicht ist es für ein paar Sekunden still. Auch daraus müssen wir kein Problem machen.

Wenn wir den Heiligen Geist durch uns schauen lassen, ist es ein vergebender Blick. Wir lassen unseren Mitmenschen aus den alten Rollen frei, die wir ihm zugewiesen haben. Er muss uns nicht länger beweisen, dass wir im Recht sind oder uns schützen müssen. Wir können ihm neu begegnen. Und aus diesem Blick heraus kann auch unser Sprechen Verbindung schaffen. Wir hören zu, helfen und lassen Mitgefühl zum Ausdruck kommen, absichtslos.

Was wir geben, empfangen wir. Was wir lehren, lernen wir selbst. Das ist der zentrale Zusammenhang. Wenn wir Frieden geben, erfahren wir ihn selbst. Wenn wir unseren Mitmenschen mit Liebe begegnen, lernen wir etwas über unser eigenes Sein. Wir erinnern uns an die Liebe, die uns verbindet. So unterbrechen wir das alte Lernen, das uns unaufhörlich etwas beibringen wollte, was wir überhaupt nicht sind.

Diese Liebe ist keineswegs schwach. In ihr liegt eine Stärke, die keinen Angriff kennt. Sonst wäre es nicht wahre Stärke. Eine Sicherheit, die wir nicht erst durch die Zustimmung anderer gewinnen müssen. Du kannst nach innen spüren: Was bin ich, wenn ich meine gewohnten Beschreibungen einen Augenblick loslasse? Die Stille gibt dir keine neue Rolle. Sie eröffnet dir die Erfahrung dessen, was du bist. Und indem du davon gibst, vertieft sich dein Lernen.

Natürlich können wir uns wieder ärgern. Ein Satz trifft uns, Zweifel kommen auf, und schon scheint die alte Geschichte wieder wahr zu sein. Sobald wir es bemerken, können wir neu wählen. Ohne uns vorzuwerfen, dass wir es längst besser wissen müssten. Jeder bemerkte Unfriede ist eine Gelegenheit, innerlich zurückzutreten und die Vergangenheit durch Vergebung loszulassen.

Vielleicht magst du heute vor einer Antwort einen kleinen Moment still werden. Heiliger Geist, ich bin bereit, dich durch mich sprechen zu lassen. Du brauchst die passenden Worte nicht vorwegzunehmen. Öffne dich für den Frieden und lass dich von ihm führen. Gib dem Frieden deine Stimme. So lernen wir gemeinsam, was wir wirklich sind. Danke für den Frieden, den du schenkst.

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