Der Podcast mit Ivo Ryssel
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Lektion 294 · Ein Kurs in Wundern

Der Körper ist ein Mittel

Mein Körper ist ein ganz und gar neutrales Ding.

Drei Szenen: die Gleichsetzung mit dem Körper, innerlich einen Schritt zurücktreten und die Erkenntnis „Ich bin nicht der Körper. Mein Sein bleibt unberührt.“
Den Körper beobachten und erkennen: Mein Sein bleibt unberührt. · In voller Größe öffnen

Gedanken zur Lektion

Der Körper scheint ein Eigenleben zu führen. Er hat Hunger, wird müde, entwickelt Beschwerden und verändert sich mit den Jahren. Vieles davon geschieht, ohne dass wir es bewusst steuern. Da liegt der Gedanke nahe, dass dieser Körper über unser Leben bestimmt. Über unser Wohlbefinden. Über unsere Möglichkeiten. Und schließlich sogar darüber, wie lange es uns gibt. Doch stimmt das?

Mein Körper ist ein ganz und gar neutrales Ding. Mit diesem Gedanken stellt die Lektion unsere gewohnte Sicht infrage. Der Körper hat keinen eigenen Zweck. Er kann nicht selbst entscheiden, was eine Erfahrung bedeutet oder wozu er verwendet wird. Die Bedeutung geben wir ihm im Geist. Dort entsteht die Vorstellung, dass dieser Körper unser Selbst ist, dass seine Grenzen unsere Grenzen sind und sein Zustand darüber Auskunft gibt, was wir sind.

Wir erleben die Welt durch den Körper. Und weil der Körper selbst zu dieser Welt gehört, scheint alles so überzeugend zu sein. Wir betrachten die Bilder durch etwas, das selbst ein Bild ist. Es ist, als wären wir ganz in ein Theaterstück eingetaucht und hätten vergessen, dass wir auch zuschauen können. Die Rolle scheint unser ganzes Sein auszumachen. Doch können wir innerlich einen Schritt zurücktreten und bemerken, was da eigentlich geschieht.

Wenn wir unsere Gedanken und Gefühle beobachten, öffnet sich ein anderer Zugang. Da ist eine Körperempfindung. Da ist ein Gedanke darüber. Da ist vielleicht Angst. Und zugleich bist du da und kannst all das wahrnehmen. Bist du das, was du beobachtest? Gib dieser Frage einmal Raum. Wende dich der Stille in dir zu, deinem schlichten Ich bin. Vielleicht bemerkst du eine Weite, die sich nicht auf die Grenzen deines Körpers beschränken lässt. Dein wahres Selbst passt nicht in einen Körper hinein. Es ist grenzenlos.

Der Kurs erinnert uns daran, dass wir Ausdehnung Gottes sind. Gott ist Geist, Liebe und Leben. Was aus ihm hervorgeht, kann nicht das Gegenteil davon sein. Ein begrenztes, vergängliches Selbst widerspricht dem, was wir in Wahrheit sind. Dennoch halten wir diese Vorstellung täglich aufrecht. Wie der Geist überhaupt auf die Idee kommen konnte, getrennt zu sein, brauchen wir jetzt nicht abschließend zu erklären. Wir können aber bemerken, dass wir dieser Idee Wirklichkeit geben. Und wir können neu hinschauen.

Der Körper kann dabei einfach da sein. Wir brauchen seine Erscheinung nicht erst wegzudiskutieren, um unser Sein zu erforschen. Die Lektion lässt ihn als etwas gelten, das für eine Weile nützlich ist. Ein Mittel und kein Selbst. Welche Verwendung möchten wir ihm geben? Er soll der Kommunikation dienen. Kommunikation ist Verbindung, das Gegenteil von Trennung. Wir können zuhören, miteinander sprechen und einander begegnen. Die optische Darstellung von Trennung kann bestehen bleiben, doch verliert diese ihre Bedeutung für uns. Wir erleben Verbindung und dadurch beginnt die Erinnerung an die Wahrheit in uns wieder wach zu werden.

Hier berührt die Lektion die wirkliche Welt. Die Hinwendung zum Geistigen eröffnet eine andere Art des Sehens. Vergebung schaut über die Form und über unsere bisherigen Urteile hinaus. Wir sehen die Menschen und Dinge dieser Welt und beginnen zugleich zu entdecken, dass ihre Erscheinung unser wahres Sein nicht bestimmt. Wir können mitten im Alltag innehalten und uns dem Frieden in uns zuwenden. Diese innere Wirklichkeit ist gegenwärtig. Wir können ihr Raum geben und ihr vertrauen.

Vielleicht spürst du etwas von dieser Ruhe und tust es gleich wieder ab. Das ist doch viel zu unspektakulär. Da draußen geschieht schließlich das wirkliche Leben. Doch prüfe einmal, warum du den äußeren Eindrücken so viel mehr Wirklichkeit zugestehst als deinem Sein. Auch die stille Weite ist da. Auch der Frieden ist erfahrbar. Wenn wir dieser inneren Wirklichkeit Vorrang vor unseren gewohnten Urteilen geben, verändert sich die Grundlage unseres Sehens. Wir lernen, der Liebe in uns zu folgen.

Und wenn du Schmerzen hast? Dann kann es zunächst schwer sein, überhaupt an etwas anderes zu denken. Die Empfindung darf da sein, während du dich ihr mit einer Frage zuwendest: Was genau nehme ich wahr? Da ist ein Gefühl, das wir mit einer bestimmten Stelle des Körpers verbinden. Dazu kommen Gedanken, Erklärungen und vielleicht Befürchtungen. Schau einmal, ob du das einzeln bemerken kannst. Tritt innerlich einen Schritt zurück und wende dich erneut deinem Ich bin zu. Was entdeckst du dort?

Die Frage führt uns zu der Unterscheidung zwischen einer Erfahrung und dem, was wir sind. Wir können eine Empfindung beobachten und erforschen, ob sie unser wahres Selbst verändert. Das ist eine Einladung zum eigenen Prüfen. Keine neue Aufgabe, bei der du etwas Bestimmtes fühlen musst. Sage dir: Der Schmerz definiert nicht, was ich bin. Der Körper definiert nicht, was ich bin. Die scheinbar äußeren Ereignisse definieren nicht, was ich bin. Gib diesen Gedanken Raum und schau, was sie dir erschließen.

Hier können wir beginnen, der Idee des Schmerzes zu vergeben. Wir lösen die Bedeutung, die wir ihr für unser Selbst gegeben haben. Da ist eine Erfahrung. Doch unser wahres Sein ist davon unabhängig. Wir brauchen aus den vielen Gedanken und Empfindungen, die auftauchen, keine neue Beschreibung unserer Identität zu machen. Wir können sie anschauen und uns immer wieder dem zuwenden, was in der Stille gegenwärtig ist. Dem Frieden. Der Weite. Dem einfachen Sein.

Wie sehr interessiert dich diese Entdeckung? Möchtest du ihr weiter nachgehen und das Vertrauen in dein Sein vertiefen? Du musst dir keine Überzeugung aufzwingen. Schau hin. Spüre nach. Prüfe für dich. Wir können den Körper heute als ein Mittel verwenden und zugleich offenbleiben für das, was weit über seine Grenzen hinausgeht. Was du wahrnimmst, bestimmt nicht, was du bist. Lass dich von der stillen Anziehungskraft der Liebe daran erinnern.

Hören und gemeinsam üben

Podcastfolgen zu Lektion 294

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