Der Podcast mit Ivo Ryssel
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Lektion 292 · Ein Kurs in Wundern

Folge der Freude in dir

Ein glücklicher Ausgang aller Dinge ist gewiss.

Drei Comicszenen mit Strichfiguren: Ein besorgter Mensch prüft einen langen Plan, wird bereit, durch Vergebung anders zu sehen, und folgt der inneren Freude. Ein Umweg erinnert an freundliches Hinschauen und Korrigieren.
Folge der Freude in dir. Ohne Strenge. Hinschauen und korrigieren. · In voller Größe öffnen

Gedanken zur Lektion

Ein glücklicher Ausgang aller Dinge ist gewiss. Das klingt beruhigend. Doch vielleicht regt sich in uns auch ein Einwand: Wenn Gott dafür bürgt, dass nur Freude das Ende sein kann, warum erleben wir dann so viel Angst? Warum ist noch immer so vieles ungelöst? Und was nützt uns ein Versprechen, solange wir es nicht selbst erfahren? Schauen wir uns diese Fragen in Ruhe an. Wir brauchen unsere Zweifel nicht zu verstecken.

Woher kommt der Gedanke, dass die Liebe ihr Versprechen vielleicht nicht halten kann? Wir schauen auf die Welt, finden genügend Belege für Leid und Unsicherheit und ziehen daraus unseren Schluss. Doch wir übersehen dabei, aus welcher Sicht wir diese Belege sammeln. Die Angst betrachtet die Welt und erklärt uns dann, warum wir ihr glauben sollten. Ihre Argumentation erscheint schlüssig, solange wir ihre Voraussetzung nicht hinterfragen. Aber weiß die Angst, was Liebe ist? Kann sie beurteilen, was Gott will?

Die Lektion gibt uns einen anderen Hinweis: Wir werden suchen und wir werden finden. Schau einmal bei dir nach. Ist da nicht diese Suche? Dieses Empfinden, dass ein Leben zwischen Erfolgen und Niederlagen, zwischen Hoffen und Fürchten nicht alles gewesen sein kann? Wir suchen nach Wahrheit. Nach etwas, das Bestand hat. Diese Suche ist der Ruf der Liebe in uns. Wir können ihn vernehmen, weil wir in Wahrheit selbst Liebe sind. Deshalb ist die Rückkehr zu unserem wahren Selbst auch unser eigener Wille. Gottes Wille ist uns nicht fremd. Deshalb steht das Ende fest. Wie lange wir noch einen scheinbar entgegengesetzten Willen für wirklich halten, bestimmt, wie lange wir diese Erfahrung hinauszögern.

Wir suchen vielleicht lange im Außen. In Menschen, in Erfolgen oder in einer Zukunft, in der endlich alles stimmt. Doch irgendwann beginnen wir, nach innen zu schauen. Damit ist nicht das Innere unseres Körpers gemeint. Es ist die Stille in uns. Der Frieden, der nicht erst durch einen günstigen Verlauf der Dinge entstehen muss. Hier begegnen wir dem, wonach wir gesucht haben. Die Liebe ist schon da.

Und was geschieht dabei mit der Angst? Wir brauchen sie nicht zu verscheuchen. Wir können sie beobachten und zugleich innerlich einen Schritt zurücktreten. Dem Frieden Raum geben. Uns für die Liebe öffnen. Vielleicht bemerkst du, wie eine eben noch so überzeugende Angst ihren festen Griff verliert. Was sagt uns das über ihre Wirklichkeit? Wie wirklich kann etwas sein, das beim bewussten Betrachten keinen Bestand hat? Wir sollen eine Antwort darauf nicht bloß glauben. Wir können selbst hinschauen.

Hier berühren wir die Frage nach der wirklichen Welt. Wahrnehmung ist nicht Wahrheit. Was wir wahrnehmen, steht für die Sichtweise, der wir folgen. Wir sehen eine Welt durch die Augen der Angst oder eine Welt, die uns die Liebe widerspiegelt. Auch die wirkliche Welt ist noch Wahrnehmung, ein Symbol. Doch sie steht für eine Sicht, in der Schuld und Verurteilung ihre Grundlage verloren haben. Wir wechseln die Sichtweise. Die Bilder, auf die wir schauen, müssen dafür nicht erst andere werden.

Dieser Wechsel geschieht durch Vergebung. Dabei ist es nicht unser persönliches Ich, das sich eine schuldlose Welt zurechtlegen soll. Unsere Aufgabe ist die Bereitwilligkeit, anders zu sehen. Die Berichtigung überlassen wir dem Heiligen Geist, dem gesunden Anteil in uns. Wir können einen Moment aufhören, unser Urteil zu verteidigen, und uns für eine Sicht öffnen, die keine Schuld findet. Ich bin bereit, anders zu sehen. Was geschieht, wenn du dieser Bereitwilligkeit jetzt Raum gibst?

Vielleicht begegnet uns dabei ein ungewohnter Widerstand. Wir blicken auf etwas, das wir als schrecklich beurteilen, und bemerken dennoch Frieden in uns. Eine stille Freude unseres Seins. Und sofort meldet sich ein Gedanke: Das darf doch nicht sein. Wenn ich jetzt im Frieden bin, bin ich dann nicht mitleidslos? Doch wer legt diesen Maßstab an? Die Liebe, die du gerade spürst, verurteilt nicht. Auch dich nicht. Wir brauchen aus Unfrieden keinen Beweis für Mitgefühl zu machen.

Wir können im Frieden auf die Bilder dieser Welt schauen. Solange wir sie nicht wieder zum Beweis für Schuld machen, entdecken wir, dass sie den Frieden unseres wahren Seins nicht verändern können. Was uns innerlich trägt, ist die Liebe. Wenn wir erneut Schuld sehen und der Frieden aus unserem Gewahrsein verschwindet, können wir diesen Wechsel bemerken. Wir haben uns wieder einer anderen Sicht zugewandt. Auch das lässt sich anschauen und berichtigen. Dabei hilft uns sicherlich, wenn wir uns bewusst machen: Die Vergebung vergibt, was nie geschehen ist.

Die Freude in uns wird dabei zu einer Orientierung. Gemeint ist die stille Freude, die keiner äußeren Bestätigung bedarf. Sie gehört zu unserem wahren Sein. Wenn wir ihr Raum geben, folgen wir dem Ruf der Liebe. Der Weg wird uns aus dieser inneren Erfahrung vertraut. Wir müssen uns das glückliche Ende nicht ausmalen und anschließend versuchen, alle Ereignisse dorthin zu zwingen.

Welche Probleme scheinen dir heute zu begegnen?
Welche Prüfung glaubst du noch bestehen zu müssen?
Worin investierst du deinen Glauben?

Schau es dir an. Tritt innerlich einen Schritt zurück und gib der Freude in dir Raum. Beobachte, was mit deiner Sicht auf die Situation geschieht. Und wenn es einmal nicht gelingt, sei nicht streng mit dir. Die Freude wäre es auch nicht. Ein Umweg kann uns daran erinnern, uns neu auszurichten. Nur hinschauen und korrigieren. Folge der Freude in dir.

Hören und gemeinsam üben

Podcastfolgen zu Lektion 292

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