Der Podcast mit Ivo Ryssel
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Lektion 290 · Ein Kurs in Wundern

Das Glück ist jetzt da

Mein gegenwärtiges Glück ist alles, was ich sehe.

Ein Strichmännchen sucht mit einem Fernglas im Außen nach Glück und entdeckt beim Innehalten, dass es bereits in ihm ist. Zwei Menschen erkennen dasselbe innere Glück ineinander. Vergebung macht den Blick frei.
Glück ist jetzt in dir. Vergebung macht den Blick frei. · In voller Größe öffnen

Gedanken zur Lektion

Wo suchst du dein Glück? In einer Situation, die sich endlich ändern soll? In einem Menschen, der sich anders verhalten müsste? Vielleicht auch darin, dass du recht behältst. Wir verbinden mit den Dingen, die wir sehen, bestimmte Bedeutungen. Wir entscheiden, was wertvoll ist, was uns fehlt und was uns Erfüllung verspricht. Und aus diesen Werten und Urteilen entsteht ein Bild von uns selbst. Ein Ich, das die äußere Welt braucht, um zu wissen, wer es ist.

Der Kurs bezeichnet Illusionen als Investitionen. Wir erhalten sie dadurch, dass wir ihnen einen Wert beimessen. Auch unser Ärger kann eine solche Investition sein. Er bestätigt uns, dass wir recht haben und ein anderer im Unrecht ist. Für unser erfundenes Ich liegt darin eine Art Erfüllung. Doch finden wir so den Frieden, nach dem wir uns sehnen? Oder halten wir gerade das aufrecht, was ihn verdeckt?

Die heutige Lektion lädt uns ein, an einer anderen Stelle zu suchen. Das Glück ist jetzt in dir. Es wartet nicht auf eine bessere Zukunft. Es ist Bestandteil deines wahren Seins und unabhängig von den äußeren Umständen. Du musst es nicht erst erwerben. Doch solange wir unsere Aufmerksamkeit an die Bedingungen binden, die wir für unser Glück aufgestellt haben, bemerken wir es nicht.

Dabei geht es um unsere Wahrnehmung, um die innere Schau. Noch nicht um Erkenntnis. Die Welt ist weiterhin da, und wir handeln weiterhin in ihr. Wir brauchen nicht zu behaupten, es gäbe nichts zu sehen oder nichts zu tun. Wir können jedoch beginnen, eine andere Frage zu stellen: Hat das, was ich sehe, tatsächlich Macht über mein wahres Wesen? Kann es die Essenz meines Seins verändern?

Tritt innerlich einen kleinen Schritt zurück. Lass für einen Moment deine Urteile über die Situation ruhen. Auch die Vorstellung, was zuerst geschehen müsste, damit du glücklich sein kannst. Du bist jetzt da. Unabhängig von deiner Geschichte und unabhängig von einer erdachten Zukunft. Spüre nach, was in diesem gegenwärtigen Sein liegt. Der Frieden, dem du hier Raum gibst, wird nicht von der äußeren Situation hergestellt. Er ist bereits da.

Hier beginnt die wirkliche Welt: in einer Wahrnehmung, in der wir unsere Unabhängigkeit von dem entdecken, was uns zuvor so fest gebunden hat. Die äußeren Bilder verlieren die Macht, die wir ihnen gegeben haben. Wir suchen keine Erfüllung mehr darin. Die Dinge dürfen da sein. Doch sie bestimmen nicht, was wir wirklich sind.

Vielleicht bemerkst du diesen Frieden und wirst kurz darauf doch wieder von einem Urteil angezogen. Eine Person, eine Erinnerung oder eine bestimmte Situation scheint dir noch zu wichtig. Auch das können wir anschauen. Welche Bedeutung gebe ich dem gerade? Was glaube ich hier zu gewinnen? Und was geschieht, wenn ich mich für einen Moment nicht daran festhalte? So wird Vergebung konkret. Wir begegnen den Bindungen, die wir noch bewahren, und werden bereit, sie lösen zu lassen.

Wir müssen unsere Wahrnehmung nicht aus eigener Kraft berichtigen. Tatsächlich kann unser persönliches Ich dies gar nicht leisten. Es ist Aufgabe des Heiligen Geistes. Wir könnten auch sagen, des gesunden Anteils in uns. Unsere Aufgabe ist die Bereitwilligkeit, anders zu sehen. Dem Frieden in uns Raum zu geben und immer klarer zu bemerken, dass wir ihn nicht dadurch finden, dass wir anderen die Schuld an unserem Unfrieden geben. Wir können uns neu ausrichten. Jetzt, in diesem Moment.

Und diese veränderte Wahrnehmung bleibt nicht auf uns selbst beschränkt. Wenn du aus dem Glück in dir auf einen anderen Menschen schaust, ohne ihn gleich wieder zu beurteilen, wird der Blick frei für das, was auch in ihm ist. Liebe. Dasselbe wahre Wesen. In unserer Essenz gibt es keinen Unterschied. So beginnen wir zu erfahren, was Einssein bedeutet.

Das Glück, das du gibst und zugleich empfängst, ist deshalb keine persönliche Gabe, die du erst herstellen müsstest. Es ist die Ausdehnung deines wahren Selbst. Liebe erkennt Liebe. Wir brauchen dem anderen nichts hinzuzufügen, damit er dieses Seins würdig wird. Wir können aufhören, ihn durch unsere Urteile auf ein Bild zu begrenzen.

Wenn dieser Weg für uns Zeit zu brauchen scheint, können wir geduldig bleiben. Auch die Verzweiflung darüber, noch nicht angekommen zu sein, gehört zu dem Ich, das sich selbst vollenden möchte. Dein wahres Selbst wartet nicht auf diese Vollendung. Es ist jetzt da. Wir können immer wieder innehalten und uns daran erinnern, wo wir suchen.

Mein gegenwärtiges Glück ist alles, was ich sehe.
Probieren wir es aus. Einen kleinen Schritt zurück. Dem Frieden Raum geben. Und von hier aus neu aufeinander schauen.

Hören und gemeinsam üben

Podcastfolgen zu Lektion 290

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