Der Podcast mit Ivo Ryssel
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Lektion 289 · Ein Kurs in Wundern

Was du wirklich bist, bleibt

Die Vergangenheit ist vorbei. Sie kann mich nicht berühren.

Drei Comicszenen: Ein Strichmännchen trägt einen schweren Koffer namens Vergangenheit, hält inne und erkennt im Jetzt, dass seine Geschichte nicht sein wahres Sein ist. Vergebung löst das Festhalten.
Vergebung löst das Festhalten. Was du wirklich bist, bleibt. · In voller Größe öffnen

Gedanken zur Lektion

Wir erzählen uns eine Geschichte über uns selbst. Was wir erlebt haben, was andere uns angetan haben, was uns gelungen ist und woran wir gescheitert sind. Daraus entsteht ein Bild: So bin ich. So ist mein Leben. Die Vergangenheit scheint zu erklären, wer wir heute sind und wie wir uns fühlen. In ihr liegt unsere Idee von Schuld. Und aus ihr entwerfen wir eine Zukunft, vor der wir Angst haben. Schuld hinter uns, Angst vor uns. Was geschieht dabei mit dem jetzigen Moment?

Er wird überdeckt. Wir sind jetzt hier und beschäftigen uns mit etwas, das nicht da ist. Mit dem Gestern und dem Morgen. Dabei ist die Gegenwart das Einzige, in dem wir sein können. Du kannst nicht gestern sein. Du kannst nicht morgen sein. Du bist jetzt. Auch Ewigkeit können wir von hier aus anders verstehen: als eine immerwährende Gegenwart, ohne Vergangenheit und Zukunft. In diesem Immer hat nur Bestand, was immer wahr ist.

Was ist in dir immer wahr? Deine Geschichte verändert sich. Dein Bild von dir verändert sich. Doch dein wahres Sein ist davon unberührt. Du bist eine Ausdehnung Gottes. Das ist deine Essenz. Keine Form, keine Ansammlung vergangener Ereignisse und keine Persönlichkeit, die erst im Laufe der Zeit entstehen müsste.

Wenn du magst, lass dich für einen Moment auf ein kleines Experiment ein. Erlaube dir vorzustellen, es gäbe keine Vergangenheit. Spüre nach: Bist du noch da? Lass auch die Vorstellung einer Zukunft beiseite. Kein Gestern. Kein Morgen. Nur jetzt.
Was ist weggefallen? Und was bleibt?

Du bist da. Auch ohne deine Geschichte. Dein Sein braucht diese Vergangenheit nicht. In der Stille kannst du etwas davon wahrnehmen: Frieden, Freude, eine Leichtigkeit, die keiner Erklärung bedarf. Die Vergangenheit fügt deinem wahren Wesen nichts hinzu. Und sie kann ihm nichts nehmen. Das ist die Befreiung, zu der uns der heutige Gedanke einlädt.

Warum halten wir dann an ihr fest? Welchen Wert messen wir ihr bei? Vielleicht erscheint uns unsere Geschichte unverzichtbar, weil sie unsere Persönlichkeit erklärt. Vielleicht halten wir an einer Ungerechtigkeit fest, weil sie beweist, dass wir angegriffen wurden und jemand schuldig ist. Das sind ernst gemeinte Fragen. Was glaube ich zu verlieren, wenn ich die Vergangenheit loslasse? Was glaube ich durch das Festhalten zu gewinnen?

Unsere Wahrnehmung folgt dem, was wir für wirklich und wertvoll halten. Solange wir unsere Geschichte als Wahrheit über uns und andere bewahren, begegnen wir überall ihren Bestätigungen. Die wirkliche Welt, die uns die Vergebung erschließt, bleibt dadurch verborgen. Sie ist kein anderer Ort. Sie ist ein Geisteszustand, in dem die Vergangenheit unseren Blick nicht mehr bestimmt. Zwei Welten zugleich können wir nicht sehen. Welche wollen wir sehen?

Vergebung löst das Festhalten an der Vergangenheit. Dafür müssen wir nicht jedes einzelne Ereignis aufsuchen und die ganze Geschichte noch einmal durcharbeiten. Wir können die Grundlage dieser Geschichte zur Vergebung geben: den Glauben, sie habe uns zu dem gemacht, was wir sind. Im Sinne des Kurses vergibt Vergebung eine Illusion. Sie löst den Glauben an eine Schuld, die unser wahres Sein verändert hätte. Was wir wirklich sind, ist Liebe geblieben.

Vielleicht bemerkst du bei diesem Gedanken auch Widerstand. Etwas in dir möchte eine bestimmte Erinnerung, einen Vorwurf oder eine Erklärung für dein Leben noch behalten. Es ist gut, das zu bemerken. Darin liegt die Möglichkeit, bewusst hinzuschauen. Ohne dich dafür schuldig zu fühlen. Wir brauchen den Widerstand nicht gewaltsam zu beseitigen. Wir können bereit werden, den Wert, den wir diesen Gedanken geben, korrigieren zu lassen.

Kehre immer wieder zu dieser einfachen Erfahrung zurück: Die Vergangenheit ist in diesem Moment nicht da. Und du bist dennoch da. Die Tür zur wirklichen Welt steht bereits offen. In der Vergebung beginnen wir den Frieden und das Einssein zu erfahren, die unsere Geschichte verdeckt hat. Wir müssen unser wahres Selbst nicht erst herstellen. Wir können aufhören, an einem Bild festzuhalten, das wir nicht sind.

Die Vergangenheit ist vorbei. Sie kann mich nicht berühren.
Was du wirklich bist, bleibt. Jetzt.

Hören und gemeinsam üben

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