Der Podcast mit Ivo Ryssel
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Lektion 283 · Ein Kurs in Wundern

Wahre Heiligkeit

In der Heiligkeit unseres Bruders erkennen wir unsere eigene. Die innere Schau erinnert uns an die Liebe, aus der wir gemeinsam geschaffen sind.

Zweiteilige Grafik mit einem Spiegel: Links halten Körperwahrnehmung und Schuld die Trennung aufrecht. Rechts erkennen wir durch die innere Schau die Heiligkeit im anderen und erfahren gemeinsam Befreiung.
Wahre Heiligkeit: Der Spiegel der Wahrnehmung · In voller Größe öffnen

Gedanken zur Lektion

Wir haben uns ein Bild von uns selbst gemacht. Von unseren Fähigkeiten und Grenzen, unserer Geschichte, unseren Erfolgen und unserem Versagen. Und dieses Bild halten wir für das, was wir sind. Doch unsere wahre Identität bleibt, wie Gott sie geschaffen hat. Frei. Vollständig. Von seiner Liebe ungetrennt. Unsere Heiligkeit muss nicht erst entstehen. Sie ist da. Doch wie können wir sie erkennen?

Die Antwort führt uns zu unserem Bruder. Denn wie wir ihn sehen, so lernen wir, uns selbst zu sehen. Schauen wir auf ihn als einen Körper, eine getrennte Person mit einer eigenen Geschichte, dann bestätigt uns diese Wahrnehmung, dass auch wir begrenzt und getrennt sind. Sehen wir Schuld in ihm, begegnet uns unsere eigene projizierte Schuld. Vielleicht glauben wir, uns durch das Urteil über den anderen entlasten zu können. Doch halten wir damit genau das Denken aufrecht, in dem wir selbst verurteilt sind.

Die Wahrnehmung lehrt uns, dass wir in dem manifest sind, was wir sehen. Sie folgt dem Zweck, den wir ihr geben. Suchen wir unsere Sicherheit in der Trennung, wird sie uns Unterschiede zeigen, Gründe für Abwehr, Belege für Schuld. Wollen wir uns an unsere wahre Identität erinnern, können wir ihr einen anderen Zweck geben. Und damit beginnt eine andere Art des Sehens.

Du kannst einen inneren Schritt zurücktreten. Für einen Moment dein Urteil beiseitelegen und fragen: Was bist du wirklich? Zeige mir die Wahrheit. Die innere Schau führt uns über die äußere Form hinaus. Wir wenden uns dem Christusgeist in uns zu und lassen ihn auf unseren Bruder schauen. In dessen Heiligkeit begegnen wir unserer eigenen. Der Frieden, das Licht, die Liebe gehören uns gemeinsam. Hier erkennen wir uns wieder.

Es geht dabei um mehr als ein freundlicheres Bild von einer anderen Person. Auch ein solches Bild bliebe eine Vorstellung. Die innere Schau lässt uns das gemeinsame Sein erkennen, das durch unsere Urteile verdeckt war. Unsere Heiligkeit können wir nicht für uns allein besitzen und dem anderen absprechen. Indem wir ihn aus unserem Urteil entlassen, erfahren wir selbst Befreiung. Was wir ihm schenken, erkennen wir in uns. Mittel und Zweck sind eins.

Hier liegt auch unsere Verantwortung für das Sehen. Wir können bemerken, welchem Zweck unsere Wahrnehmung gerade dient. Will ich recht behalten? Mich verteidigen? Meine Schuld im anderen sehen? Oder will ich mich an unsere gemeinsame Unschuld erinnern? Diese Fragen öffnen die Möglichkeit einer neuen Entscheidung. Wir müssen die Vergebung nicht als Person allein vollbringen. Wir machen Platz für den wahren Geist, der bereits in uns ist. Auch der Körper kann ihm dienen. Als Mittel zur Verbindung, zum Zuhören, zu einer Antwort, die aus dem Frieden kommt.

Es braucht unsere Bereitwilligkeit. Wenn du dich angegriffen fühlst oder wieder auf die Fehler des anderen schaust, kannst du innehalten. Da ist ein Urteil. Da habe ich mich erneut an das Denken der Trennung gebunden. Und jetzt kann ich um Hilfe bitten und mich anders entscheiden. Wir müssen nicht mit einem Fingerschnippen alle Bindungen lösen. Doch können wir den Entschluss fassen, ihnen nicht weiter zu folgen. Immer dann, wenn wir sie bemerken.

Die Sanftmut dieser Schau lüftet den Schleier der Angst. Sie schaut über die Dunkelheit hinweg zum Licht, das unverändert da ist. Unsere wahre Identität wird uns in der Begegnung bewusst. In der Heiligkeit unseres Bruders erkennen wir die Liebe, aus der auch wir geschaffen sind. Und indem wir ihm erlauben, frei zu sein, erinnern wir uns an unsere eigene Freiheit.

Hören und gemeinsam üben

Podcastfolgen zu Lektion 283

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