Lektion 282 · Ein Kurs in Wundern
Ich will mich vor der Liebe heute nicht fürchten
Was glauben wir zu verlieren, wenn wir uns ganz auf die Liebe einlassen? Hinter dem Schleier der Angst wartet die Wahrheit unseres eigenen Seins.

Gedanken zur Lektion
Warum sollten wir uns vor der Liebe fürchten? Wir wünschen sie uns doch. Doch wenn wir den Gedanken etwas anders formulieren, kommen wir vielleicht ins Nachdenken: Ich will heute keine Angst vor Gott haben. Vielleicht tragen wir ein Bild von einem strafenden Gott in uns. Vielleicht sind wir uns nicht sicher, was uns erwartet, wenn wir uns ganz auf die Wahrheit einlassen. Die Angst vor der Liebe ist auch die Angst vor unserem wahren Selbst.
Das Ego erzählt uns, dass wir durch die Trennung die Einheit zerstört hätten. Wir schauen auf eine Welt aus lauter Einzelteilen und glauben, für diesen Scherbenhaufen verantwortlich zu sein. Daraus entsteht Schuld. Und aus der Schuld die Erwartung von Strafe. So erscheint uns die Liebe als etwas Furchtbares, vor dem wir uns schützen müssen. Diese Verdrehung liegt wie ein dunkler Schleier vor der Wahrheit.
Solange wir dieser Geschichte glauben, wollen wir nicht näher hinschauen. Es ist wie ein geheimer Handel mit dem Ego: Wir stellen seine Erklärung nicht infrage und halten die Erinnerung an unser wahres Sein verborgen. Vielleicht ist uns dieser Handel gar nicht bewusst. Doch können wir bemerken, wie sehr wir an unserer Persönlichkeit hängen. An unseren Vorstellungen über uns selbst. Auch an einer Welt, in der wir Schmerz und Leid erleben. Das Vertraute scheint uns Sicherheit zu geben. Es aufzugeben erscheint wie ein Verlust. Was bleibt dann von mir?
Genau hier können wir unsere eigene Erfahrung befragen. Wenn du nach innen schaust, wenn du still wirst und spürst: Begegnet dir dort wirklich die Strafe, vor der du dich gefürchtet hast? Oder bemerkst du Frieden? Freude, Leichtigkeit, eine Offenheit, die keine Grenze braucht? Vielleicht kennen wir diesen Frieden bereits. Und doch gibt es noch eine Scheu, uns ganz darauf einzulassen.
Das Lüften des Schleiers ist die Wiedereinsetzung unseres wahren Willens. Wir erkennen wieder, was wir wirklich wollen. Dieser Wille teilt sich uns durch den Frieden in uns mit. Und er schließt den scheinbar anderen ein. In der Form sehen wir getrennte Menschen. Im Sein können wir unsere Einheit erkennen. Durch Vergebung. Jedes Urteil hält die Vorstellung aufrecht, dass der andere uns bedroht. Wenn wir es loslassen, öffnen wir uns für das gemeinsame Sein. Erlösung geschieht gemeinsam.
Es braucht unsere Entschlossenheit. Eine leichte Entschlossenheit, die aus dem inneren Frieden emporsteigt: Hier bin ich zu Hause. Das ist es, was ich will. Wenn Furcht, Sorge oder Ärger auftauchen, können wir hinschauen. Auch ein unangenehmes Gefühl darf da sein. Wir müssen es nicht wegschieben und uns dafür nicht verurteilen.
Die Liebe ist unsere wahre Identität. Sie muss nicht erst erworben werden. Heute können wir bereit sein, sie wiederzuerkennen. Und wenn wir uns erneut in Angst und Urteilen verlieren, können wir uns wieder anders entscheiden. Die Tür ist immer offen.
Hören und gemeinsam üben
Podcastfolgen zu Lektion 282
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